Wie wollen wir Kirche sein?
Eindrücke vom Katholikentag 2026 in Würzburg
„Da kommt etwas ins Rollen“ - „Schwung nehmen“ - „Wir drehen uns um ums selbst“ - „Am Rad drehen“ – das sind alles Aussagen, die wir vergangene Woche auf dem Katholikentag in Würzburg gehört haben. Am Samstag waren wir – Julian Renner, Annegret Hiekisch und Antonia Schneider - vor Ort und haben den Stand der Diözese Rottenburg-Stuttgart mit unserem Glücksrad „bespielt“. Diese Aussagen zeigen alle auf eigene Art und Weise, wie unterschiedlich Menschen Kirche erleben und wie unterschiedlich sie auf die Kirche blicken.
Wir haben unser Glücksrad am Katholikentag ganz bewusst mit dem Titel „Unsere Kirche der Zukunft ist …“ gestaltet – natürlich auch in Anlehnung an den großen Transformationsprozess, in dem wir uns in der Diözese Rottenburg-Stuttgart aktuell befinden. Unser Fokus war aber weniger das wann, wo oder wie groß, sondern das „WIE“. WIE wollen wir unsere Kirche der Zukunft gestalten und leben?
Hier ein paar Gedanken (und unsere Glücksrad-Felder) dazu:
Unsere Kirche der Zukunft ist vernetzt mit vielfältigen Partnern – kirchenintern und im Sozialraum. Schon jetzt arbeiten in den diversen Fachdiensten und Angeboten, inner- und außerhalb von Kirche, viele Menschen in den vielfältigsten Kontexten und begegnen Menschen mitten im Leben, an ganz unterschiedlichen Stellen. Diese Ressourcen gut zu bündeln, voneinander zu wissen und miteinander im Austausch zu sein, ist für uns ein zentrales Element für eine zukunftsfähige Kirche.
Unsere Kirche der Zukunft ist mobil - unterwegs an vielen Orten und nah bei den Menschen und den Themen, die sie bewegen. Christliches Leben und Handeln findet nicht nur im Sonntagsgottesdienst statt, sondern überall dort, wo sich Menschen begegnen. Eine mobile Kirche kann einen Beitrag leisten für mehr Verständigung und Zusammenhalt in unserer Gesellschaft, wenn wir uns mit ehrlichem Interesse begegnen und einander zuhören.
Unsere Kirche der Zukunft ist dialogisch und auf Augenhöhe mit den Menschen. Sie bringt Menschen unterschiedlicher Hintergründe zusammen und schafft einen Raum für offene Gespräche, gegenseitiges Verständnis und neue Perspektiven. Wir sind nicht allwissend und agieren von oben herab, sondern lernen von- und miteinander. Gemeinsam wollen wir Brücken bauen, Vorurteile abbauen und den demokratischen Dialog fördern.
Unsere Kirche der Zukunft ist innovativ - mit neuen Formaten und Angeboten. In einer sich ständig wandelnden Gesellschaft ist es nötig, auch selbst in Bewegung zu bleiben, zu experimentieren und Neues auszuprobieren. Verschiedene Menschen und Lebenswelten brauchen verschiedene Zugänge, um anzuknüpfen. Daher wünschen wir uns eine Kirche der Zukunft mit vielfältigen Angeboten und innovativen Ideen, verbunden mit einer Fehlerfreundlichkeit, wenn mal nicht alles funktioniert und eine Kultur des wertschätzenden Loslassens, um Platz für Neues zu schaffen.
Das sind erstmal nur Wünsche und Visionen – aber der Katholikentag hat uns gezeigt, dass vieles davon gar nicht so weit weg ist. Ein Glücksrad allein ändert nichts, das ist klar. Aber die Tatsache, dass unser Glücksrad groß und klein anzog und wir damit nicht nur viele lächelnde Momente erlebten, sondern am Ende auch gänzlich "leergedreht" wurden, war eine schöne Erfahrung.
So waren binnen eines Tages am Stand alle unserer mehr als 400 vorbereiteten kleinen Geschenke per "Glücksdreh" verteilt, immer mit mindestens einem kleinen freundlichen Kontakt von Mensch zu Mensch.
Es waren Tage mit unzähligen Begegnungen: von flüchtigen Kontakten des Anknüpfens, freudigen Momenten eines unerwarteten Wiedersehens, aktivem Netzwerken bis hin zu immer wieder auch sehr intensiven Gesprächen über "Gott und die Welt".
Kurz gesagt – es waren Tage ganz im Sinne des Leitworts „Hab Mut, steh auf!": Tage, die uns haben spüren lassen, wie vernetzt, mobil, dialogisch und innovativ unsere Kirche auch jetzt schon sein kann.
Wir kehren zurück mit dem Gefühl, reich beschenkt worden zu sein - froh, dankbar und positiv erfüllt. Die Tage werden in Erinnerungen bleiben.
Ein herzlicher Dank gilt allen, die den Stand der Diözese Rottenburg-Stuttgart inhaltlich vorbereitet haben und die Tage vor Ort mit Verlässlichkeit und einer einladenden Atmosphäre geprägt haben. Schön, dass wir Teil davon sein durften!
Weitere Eindrücke zum Katholikentag gibt es auf www.drs.de oder www.katholikentag.de.
22.05.2026 | Text & Bilder: Annegret Hiekisch & Antonia Schneider


